42. Eintrag – Die Grenzen von anderen bewusst zu überschreiten, ist eine Frage des Respekts

*Englisch version below*

„Die Bi_PoC im Familienkreis nicht mit rassistischen Bezeichnungen anzusprechen oder diese in deren Beisein auszusprechen, ist keine Frage des Alters, der Klasse, des Bildungsstandes oder des Rassismusverständnisses, sondern eine Frage des Respekts“ – Elli Bonin

Wenn Menschen immer wieder bewusst Grenzen von anderen überschreiten, dann weil sie sich aufgrund einer Machtdynamik dazu berechtigt sehen. Weiße Familienmitglieder, die sich im Recht sehen, ihren Bi_PoC-Familienmitgliedern das N-Wort (N*ger), das I-Wort (Ind*aner) oder S-Wort (Schl*tzaugen) oder sonstige rassistische Bezeichnungen, mit denen sich die Bi_PoC unwohl fühlt, ins Gesicht zu sagen, rechtfertigen ihre respektlose Art oft mit ihrem Alter oder damit, dass sie über Rassismus nicht Bescheid wissen oder ihrer Klasse.

In Hautton, Rasse, Alter, Bildungsstand und Klasse setzen wir fest, welche Rechte Menschen gegenüber anderen Menschen haben und welches Verhalten sie an den Tag legen sollten. Halten wir fest, dass es beim Abbau von Rassismen und rassistischen Strukturen im Familienkreis nicht darum geht, das ganze System abzubauen, sondern eine gleichberechtigte und respektvolle Haltung gegenüber einander aufzubauen und zu wahren. Es geht hier unter anderem auch darum, die Grenzen von Bi_PoC zu respektieren und den Familienkreis nicht nach Weißen Grenzen auszurichten, denn das ist gewaltvoll gegenüber Bi_PoC. Das bedeutet, was wir entlernen und welche Arbeit wir machen, um das zu erreichen, befindet sich auf einer interpersonalen, individuellen Ebene. Wir sind in unseren Familienkreisen keine Institutionen, nicht der Staat oder Vertreter:innen des Globalen Nordens und Südens, sondern Menschen, individuelle Personen. Rassistische Bezeichnungen ablegen zu können, ist deshalb nicht daran geknüpft, ob wir Rassismus verstanden haben oder uns damit auseinandersetzen. Auch nicht an unseren Bildungsstand oder unser Alter. Jede Person kann lernen, das N-Wort nicht zu sagen und jede Person kann lernen, die Wünsche anderer zu respektieren.

Anstatt sich darauf zu konzentrieren, wieso Bi_PoC es so wichtig finden, nicht mit dem N-Wort, I-Wort oder S-Wort und weitere angesprochen zu werden und zu diskutieren, wieso mensch das Wort nicht sagen soll, sollte sich Weißes Familienmitglied wirklich lieber fragen, warum es ihnen so wichtig ist, das Wort zu sagen. Spoiler alert: „Ich habe das schon immer so gesagt“ ist nichts, worauf mensch stolz sein sollte. Sich damit zu brüsten, dass mensch schon immer zur Dehumanisierung von Bi_PoC beigetragen hat, macht es nicht besser oder legitimer. Check your attitude, people!

Dass die Grenzen und Wünsche von Bi_PoC vor allem von Weißen Menschen nicht respektiert werden, basiert auf Rassismus, Dehumanisierung und Objektivierung von Bi_PoC. Erkennt die Menschlichkeit von Bi_PoC – auch wir haben Respekt verdient.

Familien: Do the work.

Bi_PoC: Ich liebe uns.


42nd blog entry – To constantly and consciously cross other people’s boundaries is a matter of respect

„Not to call the Bi_PoC in your family racist names or mention them when they are around is not a matter of education, class, age or understanding racism but a matter of respect“ – Elli Bonin

When people constantly and consciously cross other people’s boundaries they do that because they feel entitled to do so due to a certain power dynamik. White family members who feel entitled to mention the N-word (N*gger), the I-Word (Ind*an) or the S-word (Sl*t eye) or any other racist term the Bi_PoC is not comfortable with often legitimize their respectless behavior with their age, their lack of knowledge when it comes to racism or their class.

Socially speaking, the rights and behavior of a person are determined by their skin color, race, age, education and class. But let’s state that when it comes to deconstructing racist behavior and structures in our homes it is not about deconstructing the whole system but about buidling equal and respectfull interactions between people in our homes. It’s also about respecting Bi_PoC’s boundaries and not setting white boundaries – because those are violent. This means that the things we unlearn and the work we do to ensure a healthier life style in our homes are on a interpersonal level. We are no institutions, states or diplomats of the Global North and South in our families but human beings, individuals. Unlearning racist terms is not bound to whether we understand racism and deal with it or not. It’s not bound to our education or age either. Everyone can learn not to say the N-word and everbody can learn to respect other people’s wishes.

Instead of focusing on why Bi_PoC insist on not being called the N-Word, I-Word , S-Word or any other racist slur and discussing why one but is entitled to do so anyway, white family members should ask themselves why it is that they insist on calling them racist names. Disclaimer: „I have always done it this way/said it like that“ is not something you should be proud of. To brag with always having dehumanized Bi_PoC does not make it better or more acceptable. Check your attitude, people!

The fact that boundaries and wishes of Bi_PoC are not respected especially by white people is rooted in racism, dehumanization and objectifivation of Bi_PoC. Acknowledge the humanity in Bi_PoC – we, too, are deserving of respect.

Families: Do the work.

Bi_PoC: I love us.

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