40. Eintrag – Grenzen und Mental Health

*English version below*

TW: Ansprache von sexueller Gewalt und Missbrauch

„Grenzen ziehen und leben zu können, ist wichtig für unsere mentale Gesundheit. Dass Bi_PoC mit dieser zu kämpfen zu haben, liegt einfach daran, dass unsere Grenzen immer wieder von Whiteness überschritten werden“ – Elli Bonin

Auch wenn uns gern vorgeworfen wird, egoistisch und selbstsüchtig zu sein, wenn wir Grenzen ziehen, sind Grenzen essentiell für gesunde Beziehungen – zu sich selbst und mit anderen Menschen. Grenzen zu ziehen, ist eine Form der Selbstbestimmung und wir richten unsere Grenzen nach den Dingen aus, die wir aushalten können, brauchen, wollen oder eben auch nicht. Grenzen kann mensch sich wie eine rote Linie vorstellen. Wenn andere diese Linie überschreiten, übertreten sie unsere Grenzen, meist indem sie Dinge tun oder sagen, die wir nicht möchten. Es gibt nicht DIE perfekten Grenzen. Jede Person zieht ihre Grenze bei verschiedenen Themen in verschiedenen Lebensbereichen und Lebensphasen selbst und sie sind IMMER von anderen Personen zu achten, egal für wie sinnvoll diese sie halten. Ziel dessen ist, dass Individuen möglichst ohne durch andere Personen hervorgerufene psychische Belastungen durch ihre Leben gehen können, beispielsweise ohne physische, emotionale, psychische oder auch sexuelle Gewalterfahrungen. Deshalb sind Grenzen wichtig für unsere mentale Gesundheit: Wenn Grenzen konstant überschritten werden, können sich Personen nicht mehr sicher und wohlfühlen, was sich auf die Psyche auswirken kann. Grenzen zu überschreiten kann auch traumatisch für Betroffene sein. Das betrifft beispielsweise Missbrauch verschiedener Art, Rassismuserfahrungen und körperliche Übergriffe verschiedener Art.

Grenzüberschreitungen haben viel mit Entitlement und Überlegenheit zu tun. Es sind oft auch diejenigen, die sich als überlegen und entitled betrachtet, die uns Selbstsucht und Egoismus vorwerfen, wenn wir ihnen gegenüber Grenzen ziehen. Aufgrund von Entitlement und Überlegenheit überschreiten bspw. Elternteile die Grenzen ihrer Kinder, Lehrer:innen die ihrer Schüler:innen, Männer die von Frauen, Cis-gendered Menschen die von trans-gendered Menschen, Weiße Menschen die von Bi_PoC – vor allem Schwarzen und Indigenen Menschen. Entitlement lässt Menschen denken, dass Regeln und Gesetze und eben auch Grenzen nicht für sie gelten, was zu Missbrauch und Entpowerment von anderen Menschen führt (Nedra Tawwab). Whiteness und White Entitlement lassen Weiße Menschen denken, sie hätten ein Anrecht auf den Zugang zu den Körpern, den Gedanken, dem Wissen, den Erfahrungen, der Arbeit, den Besitztümern, den Self Care Räumen, der Zeit und allem anderen, was Bi_PoC betrifft. Es ist wie ihr Geburtsrecht, Bi_PoC ungefragt in die Haare fassen zu können, kostenlose Arbeit von ihnen zu verlangen, von Rassismuserfahrungen zu hören und verletzende Witze über die Hautfarbe oder das Aussehen von Bi_PoC zu machen. Das ist auch der Grund, weshalb Weiße Menschen so heftig darauf reagieren, von anderen Weißen oder sogar Bi_PoC in die Schranken gewiesen zu werden. Grenzziehungen ihnen gegenüber sind sie als Weiße Menschen nicht gewohnt. Sie sind es nicht nur gewohnt, sondern sie haben gelernt, dass Grenzziehungen ihnen gegenüber nicht valide sind. Das heißt nicht, dass Weiße Menschen in keinem Lebensbereich Grenzen achten, sondern einfach, dass sie es in Lebensbereichen von Bi_PoC nicht tun, weil Whiteness sie gelehrt hat, dass sie es nicht tun müssen. Durch die ständigen Grenzüberschreitungen Weißer Menschen lernen Bi_PoC, dass ihre Grenzen nicht zählen und sind dem permanenten Terror Weißer Gewalt ausgesetzt. Zum Glück können Weiße Menschen ihre grenzüberschreitende, gewaltvolle Haltung und Verhaltensweisen entlernen.

Familien: Do the work.

Bi_PoC: Ich liebe uns.


40th blog entry – Boundaries and mental health

TW: Addressing sexual abuse and aussault

„Being able to set and live boundaries is important for our mental health. The reason why Bi_PoC struggle with theirs simply is that their boundaries are crossed by whiteness over and over again“ – Elli Bonin

Even though we are labeled as selfish when we set boundaries they are essential for healthy relationships – with ourselves and others. Setting boundaries is a form of self empowerment and autonomy and we set our boundaries in relation to things we are able to take, need, want or not. We can imagine boundaries like red lines. When others cross these lines they overstep our boundaries, mostly by doing or saying things we don’t want. There are no perfect boundaries. Everybody sets their boundaries differently depending on the issue and phase in life. Boundaries are always ought to be respected by other people no matter how sensible they might seem to them! Individuals set boundaries to be able to live happily without other people terrorizing them mentally, physically or emotionally or sexually. That’s why boundaries are important for our mental health: When they are constantly overstepped people don’t feel safe anymore which impacts our health. Overstepping boundaries can be traumatic for people. That e.g. applies for abuse of different kinds, experiences with racism and physical assault of different kinds.

Crossing boundaries has a lot to do with entitlement and supremacy. Thus parents overstep boundaries of their children, teachers of their students, men those of women, cis-gendered people those of trans-gendered people, white people those of Bi_PoC – black and indigenous folks in particular – and so forth and so on. Due to entitlement people feel like rules, laws and boundaries don’t apply to them which leads to abuse and disempowerment of others (Nedra Tawwab). Whiteness and White entitlement make white people think to be entitled to Bi_PoC’s bodies, thoughts, knowledge, experiences, work, possessions, Self Care spaces, time and everything else that applies to Bi_PoC. It’s like their heritage to have the right to touch Bi_PoC’s hair without asking, demand their free labour, hear about their experiences with racism and make hurtful jokes about their skin color or appearance. It’s the reason why white people are so irritated by other white folks or even Bi_PoC giving them a piece of mind on their violent, boundary crossing behavior. This does not mean that white people don’t know how to respect boundaries in other life sectors, it just means that don’t when it comes to Bi_PoC because whiteness taught them that they don’t have to. Due to the constant overstepping of boundaries by white folks Bi_PoC learn that their boundaries don’t count and are exposed to the permanent terror of whiteness. Luckily, white people can unlearn their violent, boundary crossing attitudes and behaviors.

Families: Do the work

Bi_PoC: I love us.

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