22. Eintrag – Zentrierung der eigenen Bedürfnisse und des eigenen Bi_PoC-Seins

In meiner Arbeit spreche ich offensichtlich nicht für alle Bi_PoC in/aus Weißen Familienkreisen, sondern nur aus meiner Perspektive. Essenzieller Teil meiner Arbeit, meines Wachstums und auch meiner Auseinandersetzung mit Rassismus, Adoption und beidem zusammen, ist die Priorisierung und Zentrierung der Bedürfnisse und Gefühle von mir als Elli aber auch von mir als Schwarze Person. Überhaupt bin ich davon überzeugt, dass der rassistische Status Quo und auch die rassistischen Problematiken und Strukturen in Familien nicht nachhaltig abgebaut werden können, wenn die betroffenen Bi_PoC nicht priorisiert und zentriert werden. Dafür müssen sich auch Bi_PoC von internalisierten Systematiken, Rassismen und rassistischen Strukturen befreien und ihre Bedürfnisse zentralisieren – nicht auf eine egoistische Art und Weise, sondern auf eine selbstwertschätzende.

Ich habe ein wenig reflektiert und nachgedacht und die 3 für mich wichtigsten Dinge zusammengefasst, die ich täglich bis wöchentlich mache, um meine eigenen Empfindungen und Bedürfnisse mehr zu zentralisieren, priorisieren und wertzuschätzen. Diese teile ich heute als Inspiration, Tipp und zur Weiterentwickelung mit euch.

1. Sich mit dem eigenen Bi_PoC-Sein auseinandersetzen

Damit begannen dieser Blog und die Instagram Plattform dazu ursprünglich und weiterhin. Wie sieht mensch das eigene Schwarzsein, Indigensein und/oder Person of Color-Sein? Was gehört dazu? Was fällt für einen raus? Was mag man, was findet man selbst nicht so toll? Gerade in Weißen Familienkreisen, die sich ausschließlich oder mehrheitlich in Weißen Umfeldern bewegen, werden wir oft mit verschiedensten Ideen und Meinungen zu unserem Bi_PoC-Sein konfrontiert, ohne den Raum, uns selbst darüber Gedanken machen zu können oder dürfen. Sich damit auseinanderzusetzen und es selbst zu definieren, weiterzuentwickeln und darin zu wachsen, ist super wichtig, um sich von internalisierten Rassismen loszusagen und in einen Empowermentprozess zu kommen.

2. Sich mit anderen über das eigene Bi_PoC-Sein austauschen

Es kann sehr empowernd (stärkend) sein, sich mit anderen Bi_PoC darüber auszutauschen oder auch Weißen Freund*innen davon zu erzählen und sie im eigenen Wachstum mitzunehmen. Damit geben wir uns Raum, unserem Bi_PoC-Sein auf verschiedenste Art und Weise Ausdruck zu verleihen. Bei dem Austausch geht es tatsächlich nur um einen Austausch und daraus resultierendes Empowerment. Es geht nicht darum, andere Bi_PoC oder Weiße Menschen von dem „idealen Bi_PoC-Sein“ zu überzeugen oder sich von irgendwas überzeugen zu lassen. Wir sind keine homogene Gruppe – wir haben unterschiedliche Ansichten, Bedürfnisse und Vorstellungen. Um herauszufinden oder weiterzuentwickeln, was das eigene Bi_PoC-Sein für einen bedeutet und was es beinhaltet, kann es hilfreich sein, einen Kontrast dazu zu hören oder eben in den eigenen Vorstellungen, Auslebungen und Aspekten bestätigt zu werden.

Kommt bei Bedarf gern in die Blackinwhitefamily Safer Spaces immer montags ab 18 Uhr.

3. Self Care und Healing

Self Care ist aus meiner Perspektive nicht nur essentiell für die mentale Gesundheit, sondern auch für den Energiehaushalt, ein Gespür für die eigenen Bedürfnisse, Selbstwertschätzung und den eigenen Wachstum. Ich habe jeden Tag mindestens einandhalb Stunden Self Care für mich eingeplant, in denen ich schreibe, Musik höre, etwas mit meiner Mitbewohnerin unternehme, schlafe, koche, esse, einen Film schaue, spazieren gehe, meine Haare oder viele andere Dinge mache. Einfach etwas, wonach mir gerade ist. Gerade was mein Schwarzsein betrifft, kann ich, seit ich aktive Self Care betreibe, besser formulieren, was ich möchte oder auch nicht. Ich habe an meiner Blackness viele neue tolle Dinge entdeckt, indem ich ihr in meiner Self Care und darüber hinaus mehr Raum gebe, sich zu entfalten. Das hilft mir vor allem dabei, von verletzenden oder dehumanisierenden Aussagen anderer Menschen bezüglich meines Schwarzseins oder Schwarzer Features, wie meinen Haare, zu heilen und in meinem Schwarzsein und als Person selbstbewusster nach außen aufzutreten. Was Self Care für Dimensionen haben kann, findet ihr auf der Instagram Plattform.

Je mehr ich mich mit Rassismus auseinandersetze, desto mehr verändert sich mein Umfeld. Ich denke, dass das auch viel damit zu tun hat, dass ich diese drei Dinge täglich bis wöchentlich mache. Ich merke, wie es mir in meiner Haut besser geht. Wenn ich dehumanisierende Rassismuserfah -rungen mache, kann ich nun besser damit umgehen und mich klar von dem Bild meiner Blackness, das die Person hat, differenzieren.  

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