7. Eintrag – Zugang für Schwarze Adoptierte zur Black Community

Willkommen zurück!

Auf Instagram habt ihr abgestimmt und wolltet gern einen neuen Eintrag zum Thema Adoption und Schwarzsein in Weißer Familie. Ich habe mich entschieden, heute über den Zugang von Schwarzen Adoptierten zur Black Community zu schreiben.

Weil unsere Familien (hauptsächlich/teilweise) aus Weißen Menschen bestehen, sind sie selbst nicht in der Black Community verankert. Wenn man ein Kind aus einem anderen Kulturkreis oder von einem anderen Kontinent adoptiert, sagt einem im Adoptionsprozess auch keiner, wo dieses Kind eine Community seines Herkunftslandes finden kann oder in unserem Fall, dass es eine Community, Kindergärten, Jugendgruppen, Nachhilfekurse etc. für Schwarze Menschen in Deutschland gibt. Manche Eltern fühlen sich auch nicht wohl damit, dass ihre Kinder sich in einen Kreis begeben, in dem sie selbst nicht verankert sind und keinen Zugang zu haben, wodurch es ihnen schwerfällt ihre Schwarzen Kinder darin zu unterstützen, indem sie beispielsweise Aktivitäten und Räume für diese ausfindig zu machen. Genauso wie wir als Schwarze in Weißen Familien manchmal das Gefühl haben können, uns zwischen Weißer Familie und Schwarzer Community entscheiden zu müssen, haben manche Eltern Angst vor genau dieser Entscheidung, welche „negativ“ für sie ausfallen könnte. Kurz gesagt: Im Gegensatz zu den meisten (nicht allen) Schwarzen Kindern mit einem oder zwei Schwarzen Elternteilen, sind wir nicht von vornherein in der Community verankert und haben keinen so leichten Zugang zu ihr.

Da unsere Familien in vielen Spaces der Community keinen Platz haben, müssten wir als Kinder alleine in diese gehen, weshalb einige Schwarze Adoptierte entweder erst als Teenager in die Community kommen oder sich gar nicht darin einfinden. Das liegt daran, dass uns nicht nur der Zugang, sondern auch das Einleben oft schwerer fällt. Ich persönlich habe mich die meiste Zeit meines Lebens nur in Weißen Räumen aufgehalten – meine Schule: weiß, mein Freundeskreis: weiß, meine Familie: weiß, Freunde der Familie: weiß und Jugendgruppen/Kinderfreizeiten: weiß. Es fiel mir dadurch nicht so leicht, mich mit Schwarzen zu sozialisieren. Über viele Dinge, die Schwarzen in (hauptsächlich/ teilweise) Schwarzen Familien schon von Kleinauf erzählt werden, musste und muss ich mich wie Weiße Menschen erstmal informieren und mein weißer Freundes -, Familien – und Bekanntenkreis waren für viele Schwarze, die ich getroffen habe, ein Ausschlusskriterium für die Community. Die Black Community ist sehr vielfältig, hat verschiedene Spaces und wenn es keinen für einen selbst gibt, muss man sich einen eigenen kreieren. Manche Schwarze Menschen möchten keinen Platz in der Black Community, weil sie zu viel Othering und zu viel Ausgrenzung erfahren, zum Beispiel weil sie Weiß gelesen werden oder ein Weißes Elternteil haben oder eben aus Weißen Familien kommen und vieles mehr.

Meiner Ansicht nach sollte kein* Schwarzer* in der Community Othering oder Ausgrenzung erfahren. Meiner Ansicht nach sollte auch jedes Kind, das adoptiert ist, kein Othering in der Familie erfahren. Wie ich letzte Woche schon gesagt habe, erfahren Adoptierte Schwarze dieses jedoch von allen Seiten. Für uns ist also wichtig, eine Lücke, eine Nische zu finden, in der das nicht passiert – weder von Weißer noch Schwarzer Seite. Das kann schwer sein, aber es bilden sich gerade viele Spaces und, wenn ihr noch keinen für euch gefunden habt, könnt ihr durch Soziale Netzwerke und ähnliches eigene bilden. Vor allem zurzeit in der Corona – Pandemie finden viele Angebote über Zoom statt, wodurch das Angebot wächst und ihr auch mal Dinge außerhalb eurer Stadt ausprobieren könnt. Auf Instagram werde ich auf ein paar Spaces hinweisen, von denen ich schon Gutes gehört oder selbst erfahren habe.

Bis zum nächsten Mal, wo es eines der drei von euch gewünschten Themen gibt.

Elli

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