Vorabeintrag zum 2. und 3. Eintrag

Achtung Triggerwarnung! Es kann sein, dass durch die behandelten Themen traumatische Erfahrungen mit Rassismus aufgewühlt werden. Lesen mit einer vertrauensvollen Person empfohlen!

1. Othering ist wohl eine Reaktionsform auf unsere Hautfarben, die uns am häufigsten im Alltag begegnet – meist ohne, dass wir es merken, weil es sich oft hinter Komplimenten versteckt. Es beschreibt den Drang von – in unserem Fall – Weißen, die Dinge, die an uns als Schwarze/BIPoCs anders sind, nochmal zu betonen, um uns klar abzugrenzen bzw. sich selbst von uns abgrenzen zu können, da Weißsein als die Norm gilt. Auch Witze und „spaßige“ Bemerkungen zu unseren Hautfarben sind Formen des Otherings.

2. Whataboutism meint, dass Menschen von dem angesprochenen Problem (oftmals relativierend) mit anderen Problemen abzulenken versuchen. So werden bei der Rassismusproblematik von Weißen gegenüber Schwarzen und BIPoCs gern andere Diskriminierungsformen angeführt. In Tupoka Ogettes Buch „Exit Racism“wird das Beispiel der Schwierigkeiten, die Jungs mit langen Haaren haben, im Vergleich mit unseren Rassismuserfahrungen angebracht.

3. Eng mit Whataboutism verknüpft, ist das Gaslighting. Gaslighting ist eine Form von psychischer Gewalt, bei der uns unsere Lebenswirklichkeit abgesprochen wird, indem die Schwere unserer Erfahrungen relativiert (s. Whataboutism) oder sogar als unwahr abgetan wird. Das passiert beispielsweise, wenn uns gesagt wird, dass Schwarze und BIPoCs es hier in Deutschland gar nicht schwer hätten oder, dass Rassismus überhaupt nicht existiere.

4. Als Colorism bezeichnen wir eine Form von Bevorzugung bzw. Diskriminierung aufgrund eines helleren oder dunkleren Hauttons innerhalb der konstruierten Rassen. Durch die europäische Kolonialisierung Nicht – Weißer Länder und Bevölkerungen wurde die Idee der besseren und schöneren Hautfarben verbreitet, wobei die Weiße die beste darstelle. Je heller die Haut, desto besser und schöner der Mensch. Dadurch haben lightskinned Schwarze eine privilegiertere Stellung gegenüber darkskinned Schwarzen zugeteilt bekommen. So wurde auch ein Schönheitsideal geprägt, nach dem es erstrebenswert sei, hellere Haut zu haben. Dieses wird beispielsweise erfüllt, indem vor allem Frauen bleichende Mittel benutzen. In Weißen Ländern wie Deutschland aber auch in Ländern des afrikanischen, asiatischen und südamerikanischen Kontinents zeigen sich diese Privilegien in einer breiteren Repräsentation in den Medien oder in der Zuteilung höherer Positionen und Ämter.

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